Studienklassenfahrten - finanziell betrachtet am Beispiel der Provence
Der Französisch-Kurs möchte selbstverständlich nach Frankreich “auf Klassenfahrt” …

Bild: Typischer Brunnen in einer südfranzösischen Stadt. © Erwin Abele / PIXELIO
der Sport-Leistungskurs möchte auch Klassenfahrt planen, aber nicht nur zum Radfahren sondern stellt sich was mit “fun & action” vor…. und dann wäre da noch der Bio-Leistungskurs, der nach Alternativen zum Thema “Flora und Fauna auf dem Monte Baldo” sucht. Sie alle haben eines gemeinsam: In den Süden und “ans Meer” wäre natürlich schön
Klassenfahrtenplanung - finanziell attraktiv und pädagogisch wertvoll
So fröhlich, wie das bisher klingt, ist die finanzielle Seite einer Klassenfahrtenplanung leider nicht immer: Nicht genug, dass die Termine für die Fahrten oft in die touristische Hochsaison gelegt werden, scheint vielerorts die Phantasie zu fehlen, wenn es darum geht, flexible Programme für die diversen Kurse zu planen unter Berücksichtigung, dass die Klassen / Kurse auch “unter sich” bleiben wollen und aus Gründen teambildender gruppendynamischer Prozesse auch bleiben sollen und dabei aber den finanziellen Grundsatz jeder Gruppenreiseplanung zu beachten, der da heisst “je mehr Teilnehmer, desto preisgünstiger können wir planen”.
Wenn wir davon ausgehen, dass pro Tag Busgestellung 500,- anfallen - also bei einer 7-tägigen Tour etwa 3.500,- und dass pro Übernachtung mindestens 22,- budgetiert werden müssen, so wird schnell klar, dass Planungen mit 20 Teilnehmern oder manchmal sogar weniger, beinahe luxeriöse Veranstaltungen sind. Wir haben Grundkosten von über 260,- ohne jedes Programm, irgendeine Parkgebühr vor Ort oder einen Eintritt - rechnet man hierfür nochmal 65,- , so landet man bei satten 325,- - von Taschengeld mal ganz zu schweigen.

Bild: Klassenreisen Frankreich - Provence - Pont du Gard. Wer Klassenreisen nach Frankreich plant, wandelt gern auf den Spuren der Römer. © Matthias Brinker / PIXELIO
Für viele Eltern lassen die finanziellen Verhältnisse solche Planungen einfach kaum zu. Es einfach sinnvoll, variable Parallel-Programme zu planen, welche fachspezifisch die unterschiedlichen Interessen berücksichtigen und sich dabei den grössten Kostenfaktor, nämlich die Buskosten, teilen; organisatorisch ist problemlos möglich, jeden Kurs vor Ort sogar inverschiedene Unterkünfte einzuquartieren, sodass die Gruppen ungestört und unter sich sind.
Hier einfach mal ein Beispiel für eine gelungene Drei-Kurs-Planung einer Studienklassenfahrt in die Provence, Dauer 7 Tage, für die Kurse Französisch, Sport und Biologie - pro Kurs nehmen wir 15 Personen an - mit drei Begleitlehrkräften - also gesamt 48 Personen. Das bedeutet bei 3.500,- Buscharterkosten 72,- p.P., bei 22,- Übernachtungstarif kommen also 88,- dazu und wenn wir hierzu nun die 65,- für ein umfangreiches Programm aufschlagen gelangt man zu einem Gesamtbudget von nur noch 225,- statt der 325,-
Das Programm - und dies ist nur eine Variante von vielen - lässt für keinen der Kurse Wünsche offen:
Studienprogramm Französisch Kurs: “Sprache, Kunst und Kultur Südfrankreichs”
- Stadtführung in Avignon inklusive Besichtigung und Führung im Papstpalast, der als weltweit grösster gotischer Palast im 14. Jhdt. der Sitz der Päpste war. Kunstsammlungen in unschätzbarem Wert sind hier zu besichtigen. Werden und Entwicklung des beeindruckenden Bauwerkes werden in didaktisch hervorragend aufbereiteten Ausstellungen im Museum des Palastes dokumentiert. Dieser Programmteil wird abgeschlossen durch einen Gang über die berühmte Brücke Saint-Bénezet.
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Bild: Südfrankreich - Avignon am Papstpalast. Das sollten Sie sich bei Ihrer Südfrankreich Klassenreise wirklich nicht entgehen lassen: Eine Stadtführung Avignon mit anschließender Führung durch den Papstpalast © Bildpixel / PIXELIO
- Besuch einer französischen Schule in Avignon (interkulturelle Jugendbegegnung). Entweder ist dies Gelegenheit, gleichaltrige Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen oder aber die Kontakte zu ihnen endlich “live” herzustellen. Denn wenn der Kontakt frühzeitig hergestellt wurde, kann man seine “Mail-Partner” nun persönlich kennenlernen.
- Provence-Rundfahrt auf römischen Spuren über Vaison-la-Romaine und Fontaine-de-Vaucluse auf der Lavendelstrasse, Gelegenheit zur Besichtigung einer Lavendel-Destillerie - bis zum Mont Ventoux - dort geführte Wanderung - Besuch des provencalischen Marktes in Carpentras wo regionale Spezialitäten verköstigt werden können
Bild: Lavendel in der Provence. Die französische Region Provence ist bekannt für Ihre violetten Lavendelfelder. Der Lavendel wird als Duftstoff z.B. für Seifen eingesetzt und hält in getrockneter Form die Motten aus unseren Kleiderschränken fern. Ein schönes, günstiges und landestypisches Mitbringsel von der Klassenreise Südfrankreich Thomas-Max Müller / PIXELIO
- Das Licht der Provence ist legendär: nach einem Besuch des Angladon-Museum (Künstler Cézanne und van Gogh) gibt es einen Kunst-Workshop in französischer Sprache in Arles.
Programm Sport Kurs: “Wasserwege und Radwege der Provence”
- ganztägige Radtour über Arles durch das weitverzweigte Radnetz Nationalpark Camargue
- Kajakwanderung im Gebiet des Pont du Gard. Am Pont du Gard Besichtigung des Dokumentationszentrums zum Bauwerk der Römer
- Stadtführung Avignon “die provenzalische” mit Gang durch die Markthallen, Gassen und über die Plätze mit Verköstigung regionaler Spezialitäten
- Segeln, Wakeboard und Surfen oder wahlweise Tauchen/Schnorcheln an der Cote Bleue
Bild: Sport Klassenfahrten ans Meer. Surfen, Segeln und jede Menge Spass im Meer. © Klaus Steves / PIXELIO
Fachprogramm Biologie Kurs: “Meeresökologie zwischen Rhone-Delta und Marseilles”
- Exkursion SEAQUARIUM in Le Grau du Roi vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt der Flora und Fauna des Mittelmeerraumes. Die Tour wird von wissenschaftlichen Mitarbeitern des Aquariums geführt. Chemisch-pyhsikalische Wasseruntersuchungen, Bestimmungsarbeit Mikroorganismen, Flora, Fauna.
- Naturkundliche Exkursion (zu Fuss, mit Rädern und/oder Booten/Kanus) Etang du Vaccare/ territoriales und marines Naturschutzgebiet der Camargue/Bouche-du-Rhone. Populationen von wild lebenden Pferden, Stieren, Flamingos, Amphibien und einer Vielzahl von Seevögeln und Brackwasservögeln. Biologische Besonderheiten des Süss- und Salzwassergebietes.
- Geologische Exkursion in der Grotte des Desmoiselles, in einem Ausläufer der Cevennen gelegene riesige Tropfsteinhöhlenformation, ca. 38 km nördl. von Montpellier, die sog. Cathédrale Souterrain hat Ausmasse von rd. 120 m Länge, 80 m Breite und 52 m Höhe.
- Exkursion bei CESTMed, die Organisation welche dem Aquarium in Le-Grau-du-Roi angeschlossen ist, arbeitet zum Schutz des Bestandes der Mittelmeer-Riesenschildkröten.
Bild: Blaue Studienklassenfahrten Meeresbiologie. © Aurelia eV
- Referat zum Projekt “JELLYWATCH” des CIESM - The Mediterranean Science Commission. Erhebung zur Verbreitung/Bedrohung der Population der Medusen im Mittelmeerraum
- Schnorchelgänge, Bestimmungsarbeit, Bootsausfahrten /-sichtungsfahrten, littorale/sublittorale Exkursionen im PARC MARIN de la Cote Bleue (Marines Schutzgebiet etang de Berre)

Bild: Frankreich Klassenfahrten mit Meeresbiologie. Als Teil des Meeresbiologie-Fachprogrammes machen Bootsausfahrten /-sichtungsfahrten viel Freude. © Marlis Dülsen / PIXELIO
Wie man sieht, lässt sich Top-Reiseziel mit erlebnisreichem und spannendem Programm versehen und bleibt trotzdem finanzierbar.
Nicht nur über die Teilnehmerzahl, sondern auch über die Wahl des Klassenfahrten-Zieles an sich und auch dessen Entfernung vom Schulort ist die Finanzierbarkeit zu regeln - darüber in Kürze mehr :-) JV
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